Das Coronavirus: Der Effekt auf Search und Digital Marketing

März 29, 2020

Das Coronavirus ist nun offiziell eine Pandemie, so die Weltgesundheitsorganisation. Die Auswirkungen sind in der gesamten Weltwirtschaft zu spüren, da Unternehmen versuchen, unter immer schwierigeren Bedingungen zu operieren. Der Effekt ist auf verschiedene Arten und Weisen im gesamten beruflichen sowie im privaten Leben zu spüren. Dazu gehören die folgenden Entwicklungen:

  • Eine erhöhte Anzahl von Mitarbeitern, die aus der Ferne arbeiten
  • Absage von Messen und Konferenzen, aber eine Zunahme von Online-Veranstaltungen
  • Aufwärtstrend im E-Commerce
  • Probleme in der Lieferkette und geringe Verfügbarkeit für in China hergestellte Produkte
  • Zunahme der Suchaufträge für Gesundheitspflege oder Gesundheitsthemen
  • Rückgang der Werbeausgaben 
  • Verschiebung der Medienbudgets 
  • Anhaltende Unsicherheit und die Möglichkeit einer Rezession
  • Mehr Online-Vernetzung

Wenn „Home Office“ plötzlich zur Normalität wird

Die meisten der grossen Technologieunternehmen, die digitale Marketingtools ermöglichen, haben ihre Mitarbeiter ermutigt, ins Home-Office zu gehen. Das Arbeiten aus der Ferne ermöglicht Flexibilität und in einigen Fällen eine grössere Effizienz. Es kann jedoch auch isolierend wirken. Ausserdem erleben viele einen Verlust an Kreativität und Problemlösefähigkeiten, die normalerweise durch die Zusammenarbeit von Einzelpersonen und Gruppen entstehen. Bei einigen Herausforderungen gibt es einfach keinen Ersatz für persönliche Treffen.

Von Offline zu Online

Die ständig wachsende Zahl von Branchenveranstaltungen, die abgesagt werden, führt auch zu weniger Gelegenheiten für Networking. Als Folge dessen wenden sich Marketing- und Vertriebsprofis an Online-Plattformen und virtuelle Veranstaltungen. Zoom, Skype, Google Hangout, oder Slack sehen eine stark wachsende Nachfrage ihrer Videokonferenz-, Webinar- und Kollaborationssoftware. Einige dieser Unternehmen bieten ihre Tools kostenlos an. Das ist sowohl öffentlichkeitswirksam als auch eigennützig. Virtuelle Konferenzen waren in der Vergangenheit ein schlechter Ersatz für Live-Veranstaltungen und persönliches Networking. Dies könnte sich jedoch jetzt ändern, da Unternehmen mit Inhalten und Formaten experimentieren. Wenn es einigen dieser Anbieter gelingt, sich so zu etablieren, könnten virtuelle Konferenzen zu einer regelmässigen Einrichtung auf dem Messegelände werden.

Budgets für Search, E-Commerce und Marketing

Die Vorhersage über Auswirkungen des Coronavirus auf das Search und digitale Marketing ist schwierig.  Viele Fachleute argumentieren, dass die Suchaktivitäten unvermindert weitergehen, da es sich um einen täglichen Nutzen für die Menschen handelt. Wenn jedoch die Nachfrage in einigen Branchen zurückgeht, wird es weniger Suchen nach bestimmten Produkten oder Dienstleistungen geben (Hotels, Fluggesellschaften). Das wird sich auf SEO, Paid-Search und Online-Display-Werbung auswirken. Wenn keine Verkäufe stattfinden, können Vermarkter Budgets umleiten oder Ausgaben aussetzen.

Branchen wie Reisen, Gastgewerbe, Veranstaltungen und einige Einzelhandelskategorien werden in der ersten Hälfte dieses Jahres wahrscheinlich geringere Werbeausgaben bereitstellen. Es gibt jedoch auch das Argument, dass eine Erhöhung der Online-Ausgaben Chancen schafft, wenn die Konkurrenz sich allgemein eher zurückzieht. Darüber hinaus kann digitales Marketing in einem Abschwung entscheidend sein, um die Nachfrage anzuregen oder aufrechtzuerhalten.

Sicherlich wächst in einigen Branchen und Kategorien auch das Suchvolumen, wie zum Beispiel bei Apotheken und Drogerien, wenn es zum Beispiel um Begriffe wie „Handdesinfektionsmittel“ oder „Schutzmaske“ geht. In Europa, Nordamerika und Afrika wurde ab Mitte Februar ein deutlicher Anstieg als Reaktion auf die Verbreitung des Virus vermerkt. 

Anstieg des E-Commerce

Viele Endverbraucher haben auch ihre Ausgaben für den E-Commerce erhöht, da die Zahl der Ladenbesuche durch Schliessungen und Ausgangssperren zurückgegangen ist. Laut der Daten von Quantum Metric haben traditionelle Einzelhändler mit Online-Shops einen bedeutenden Anstieg der Einnahmen aus dem Online-Shopping verzeichnet (52% Wachstum pro Woche). Damit sind die Online-Umsätze um 9% höher als vor einem Jahr. Das Virus könnte auch den Online-Lebensmitteleinkauf ankurbeln, da die Menschen Angst haben, das Haus zu verlassen. Sicher ist auch, dass Online-Streaming-Dienste florieren, während physische Unterhaltungsorte (d.h. Kinos, Konzerte, Live-Sportarten) Schwierigkeiten haben werden. 

Trotz der Herausforderungen und Schwierigkeiten, denen sich die Gesellschaft und Unternehmen durch das Coronavirus nun täglich stellen müssen, gibt es auch Chancen, die es zu nutzen gilt. Wir hoffen auf das Beste und sind jederzeit für Fragen und aufkommende Probleme rund um Search und Digital Marketing offen.